Ratgeber für Dienstleister

Mehr Anfragen als Dienstleister: woran es meistens liegt.

Wenn Besucher auf Deine Seite kommen, aber niemand anfragt, liegt es selten am Aussehen. In den allermeisten Fällen fehlt eine von vier Angaben: was genau Du machst, für wen, was es ungefähr kostet und was der nächste Schritt ist. Dieser Ratgeber zeigt, wie Du die vier Stellen findest und schließt.

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Es gibt zwei Sorten von Anfrageproblemen. Sie brauchen genau entgegengesetzte Lösungen. Die erste: Es kommt niemand auf Deine Seite. Dann ist das ein Sichtbarkeitsproblem. Die Antwort heißt Google-Profil, Suchbegriffe, vielleicht Anzeigen. Die zweite: Es kommen Besucher, aber sie fragen nicht an. Dann nützt mehr Sichtbarkeit gar nichts, sie vergrößert nur das Leck. Die meisten Dienstleister haben das zweite Problem und arbeiten am ersten. Das ist teuer und frustrierend zugleich. Deshalb steht am Anfang dieses Ratgebers eine Messung, die zehn Minuten dauert und nichts kostet. Danach kommen die vier Stellen, an denen Anfragen typischerweise verloren gehen. Sie stehen in der Reihenfolge, in der Besucher sie erleben, nicht in der Reihenfolge, in der man sie gern anfassen würde.

Schritt für Schritt.

  1. Zuerst messen, welches Problem Du hast

    Richte die Google Search Console ein, das ist kostenlos und dauert zehn Minuten. Sie zeigt Dir, wie oft Deine Seite in den Ergebnissen erscheint und wie oft geklickt wird. Viele Einblendungen und wenige Klicks heißt: Dein Snippet überzeugt nicht. Viele Klicks und keine Anfragen heißt: die Seite selbst. Ohne diese Unterscheidung ist jede Maßnahme geraten.

  2. Stelle 1, der erste Bildschirm sagt nichts

    Bei den meisten Dienstleistern steht oben ein Begrüßungssatz oder ein Anspruch. „Ihr Partner für individuelle Lösungen" beantwortet keine Frage. Dort gehört ein Satz hin, der Leistung, Zielgruppe und Einsatzgebiet zusammenbringt. Der Test dauert zehn Sekunden: Wüsste ein Fremder nach dem ersten Bildschirm, ob er hier richtig ist?

  3. Stelle 2, die Leistung steht in Deiner Sprache

    Fachbegriffe, Abkürzungen, interne Bezeichnungen. Wer sucht, benutzt andere Worte als der, der die Leistung erbringt. Schreib auf, mit welchen Worten Deine letzten fünf Kunden ihr Anliegen beschrieben haben. Benutze genau diese. Das ist kein Stilverlust, das ist die Sprache, in der gesucht wird.

  4. Stelle 3, es gibt keine Zahl

    Die häufigste Frage vor jeder Anfrage lautet, was das kostet. Wer keine Größenordnung findet, hält Dich für zu teuer und fragt nicht. Ein Ab-Preis, eine Spanne oder ein Beispielprojekt mit Preis genügt. Der Einwand, jeder Fall sei anders, stimmt und ändert nichts an der Wirkung.

  5. Stelle 4, der nächste Schritt fehlt

    Ein Kontaktformular ganz unten ist kein nächster Schritt. Wer anfragen will, soll von jeder Stelle aus in zwei Klicks dort sein, über genau den Weg, der zu Deiner Kundschaft passt: Telefon als Knopf, kurzes Formular, oder ein Kalender mit freien Zeiten. Ein Weg, nicht vier.

  6. Danach erst an Sichtbarkeit arbeiten

    Wenn die vier Stellen sitzen, lohnt sich zusätzlicher Verkehr. Vorher schickst Du Menschen auf eine Seite, die sie nicht überzeugt. Im Zweifel zahlst Du auch noch pro Klick dafür. In dieser Reihenfolge kostet dieselbe Arbeit deutlich weniger und bringt mehr.

Was dabei oft schiefgeht.

Am Design arbeiten statt an den Aussagen

Neue Farben, neue Schriften, neue Bilder, dieselben Texte. Danach sieht die Seite besser aus und die Anfragen bleiben gleich. Was fehlt, sind Antworten, nicht Gestaltung.

Alle Leistungen gleich groß darstellen

Zwölf Leistungen nebeneinander, jede mit drei Zeilen. Wer das liest, weiß nicht, wofür Du eigentlich stehst. Stell die zwei nach vorn, mit denen Du Geld verdienst. Den Rest ordnest Du darunter.

Anfragen nicht zählen

Ohne zu wissen, wie viele Anfragen aus welchem Weg kommen, bleibt jede Aussage über Erfolg eine Behauptung. Eine einfache Zählung im Formular oder eine eigene Rufnummer für die Website reicht schon.

Wann Du das alles nicht brauchst.

Wenn Deine Auslastung stimmt und Du ohnehin Aufträge ablehnst, brauchst Du keine dieser vier Stellen anzufassen. Dann geht es eher um bessere Vorsortierung oder um höhere Preise. Das sind andere Fragen. Wer dagegen Besucher hat, aber keine Anfragen, findet die Ursache fast immer in den vier Punkten oben, meist in dieser Reihenfolge.

Häufige Fragen

Woher weiß ich, ob Besucher überhaupt kommen?
Die Google Search Console zeigt Einblendungen und Klicks kostenlos, ohne dass Du ein Analysewerkzeug einbauen musst. Sie ist in zehn Minuten eingerichtet und braucht keine Einwilligung Deiner Besucher, weil sie keine personenbezogenen Daten erhebt.
Muss ich wirklich einen Preis nennen?
Eine Größenordnung, ja. Es geht nicht darum, jeden Fall vorab zu kalkulieren, sondern darum, dass jemand einschätzen kann, ob er in Deiner Liga spielt. Das spart beiden Seiten Gespräche, die zu nichts führen.
Wie viele Kontaktwege soll ich anbieten?
Einen, höchstens zwei. Wer die Wahl zwischen vier Wegen hat, entscheidet sich oft für keinen. Nimm den, der zu Deiner Kundschaft passt: Telefon bei dringenden Anliegen, Formular oder Kalender bei planbaren.
Lohnt sich Google Ads für Dienstleister?
Wenn die vier Stellen sitzen, oft ja, besonders bei Leistungen mit wenigen, aber wertvollen Anfragen im Monat. Vorher nicht: Anzeigen vergrößern nur, was ohnehin passiert. Das gilt in beide Richtungen.