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So läuft ein Website-Projekt ab. Und woran es meistens hängt.

Ein Website-Projekt hat acht Stationen: Erstgespräch, Konzept und Struktur, Texte und Fotos, Gestaltung, Umsetzung, Weiterleitungen beim Relaunch, Livegang, Pflege. Gebremst wird es selten von der Technik, meistens vom fehlenden Material. Bei uns dauert es in der Regel zwei bis vier Wochen bis zum Livegang, ab dem Moment, in dem Texte und Bilder vorliegen.

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Wer zum ersten Mal eine Website machen lässt, weiß oft nicht, was auf ihn zukommt. Wann muss man was liefern? Wie viel Zeit kostet das neben dem Tagesgeschäft? Wann ist die Seite fertig? Dieser Ratgeber beschreibt den Ablauf, wie er in einem sauber geführten Projekt aussieht, egal ob mit Agentur, Webdesigner oder in Eigenregie. Bei jedem Schritt steht, was Du beitragen musst und was typischerweise schiefgeht. Im Kern gilt der Ablauf auch für Grafikdesign, etwa ein neues Logo oder die Beschriftung der Fahrzeuge: erst verstehen, dann Inhalte, dann Gestaltung. Wer die Reihenfolge kennt, kann realistisch planen. Viele Verzögerungen entstehen nämlich nicht beim Dienstleister, sondern weil Material fehlt.

Schritt für Schritt.

  1. Erstgespräch: erst das Ziel, dann die Form

    Im ersten Gespräch geht es um Deinen Betrieb, nicht um Farben. Welche Aufträge sollen kommen, aus welchem Gebiet, von wem? Was gibt es schon: Domain, alte Seite, Logo, Fotos? Bis wann soll die Seite stehen? Danach sollte ein schriftliches Angebot vorliegen, aus dem hervorgeht, was enthalten ist und was nicht. Unklare Punkte klärst Du hier. Später werden sie teuer.

  2. Konzept und Struktur: welche Seiten es gibt

    Bevor jemand gestaltet, steht fest, welche Seiten es gibt und was jede leisten soll. Typisch sind Startseite, eine Seite je Leistung, Referenzen, Team, Anfrage, Impressum und Datenschutz. Zu jeder Leistungsseite gehört der Suchbegriff, über den sie gefunden werden soll. Diese Liste gibst Du frei. Sie ist der Bauplan, nach dem sich alles Weitere richtet.

  3. Texte und Fotos: der häufigste Engpass

    An dieser Stelle stocken die meisten Projekte. Gebraucht werden Texte zu jeder Leistung, Fotos vom Team und von Aufträgen, das Logo in guter Qualität. Kläre früh, wer schreibt: Du selbst, oder Du erzählst in einem Gespräch und der Dienstleister formuliert. Für Fotos hilft ein fester Vormittag mit Kamera oder ein paar Wochen, in denen Du auf jeder Baustelle bewusst fotografierst. Leg einen Tag fest, bis zu dem alles da ist. Er bestimmt den Starttermin mehr als alles andere.

  4. Gestaltung: ein Entwurf mit echten Inhalten

    Zuerst entsteht ein Entwurf für die Startseite und eine Leistungsseite, am besten schon mit den echten Texten statt Blindtext. Den schaust Du zuerst auf dem Handy an, dann am Rechner. Rückmeldungen sammelst Du in einer Liste und gibst sie gebündelt weiter. Frag vorher, wie viele Korrekturrunden enthalten sind. Beim Grafikdesign läuft es genauso: Entwurf, Korrektur, Reinzeichnung.

  5. Umsetzung: die Seite wird gebaut

    Jetzt wird die Seite technisch umgesetzt, mit WordPress, Webflow oder eigenem Code. Dazu gehören die Handy-Ansicht, kurze Ladezeiten, das Anfrageformular, Impressum und Datenschutz. Du bekommst einen Vorschau-Link und klickst Dich durch. Schick dabei eine Testanfrage über das Formular und prüf, ob sie ankommt. Genau das wird gern vergessen.

  6. Weiterleitungen beim Relaunch

    Gibt es schon eine Seite, braucht jede alte Adresse eine dauerhafte Weiterleitung auf die passende neue, im Fachjargon eine 301-Weiterleitung. Sonst landen Besucher aus Google, von alten Links und aus Lesezeichen auf einer Fehlerseite. Gewachsene Plätze in den Suchergebnissen sind dann schnell weg. Dafür braucht es vor der Umstellung eine vollständige Liste der alten Adressen. Frag ausdrücklich danach, in manchen Angeboten fehlt dieser Schritt.

  7. Livegang: umstellen und nachprüfen

    Die Domain wird auf die neue Seite umgestellt, das SSL-Zertifikat aktiviert, die Sitemap in der Google Search Console eingereicht. Danach wird alles noch einmal geprüft: Formulare, Weiterleitungen, Handy-Ansicht, der Link im Google-Profil. Leg den Livegang auf einen Vormittag unter der Woche, nicht auf Freitagnachmittag. Wenn etwas hakt, ist dann noch jemand erreichbar.

  8. Pflege: nach dem Start geht es weiter

    Eine Website ist kein Flyer, der einmal gedruckt wird. System und Erweiterungen brauchen regelmäßig Updates, dazu kommen Sicherungen. Neue Referenzen, geänderte Öffnungszeiten oder der Betriebsurlaub wollen eingetragen werden. Kläre vorher, wer das übernimmt und wie schnell. Ohne Updates wird eine Seite mit der Zeit angreifbar, auch wenn sie von außen gleich aussieht.

Was dabei oft schiefgeht.

Gestalten, bevor die Texte da sind

Ein Entwurf mit Blindtext sieht immer gut aus. Kommt dann der echte Text, ist er länger oder kürzer als gedacht. Die Gestaltung passt nicht mehr und die Runde beginnt von vorn.

Rückmeldungen von allen gleichzeitig

Chef, Partnerin, Meister und Azubi schicken jeweils eigene Anmerkungen, die sich teils widersprechen. Der Dienstleister muss dann raten, was gilt. Besser: Alle sagen intern ihre Meinung. Eine Person entscheidet und gibt gesammelt weiter.

Einen festen Termin ohne Material zusagen

Die Seite soll zur Messe oder zum Firmenjubiläum stehen, aber drei Wochen vorher fehlen noch die Texte. Dann wird entweder gehetzt oder verschoben. Rechne vom Wunschtermin rückwärts. Leg zuerst fest, bis wann das Material da ist.

Wann Du das alles nicht brauchst.

Baust Du eine kleine Seite mit einem Baukasten wie Wix oder Jimdo selbst, brauchst Du keinen Ablaufplan mit acht Stationen. Die Reihenfolge hilft trotzdem: erst festlegen, welche Seiten es geben soll, dann Texte und Fotos sammeln, ganz zum Schluss gestalten. So sparst Du Dir die meisten Schleifen, mit oder ohne Dienstleister. Nur eines solltest Du auch in Eigenregie nicht weglassen: die Weiterleitungen, wenn eine alte Seite ersetzt wird.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Website-Projekt insgesamt?
Das hängt vor allem daran, wie schnell Texte und Bilder vorliegen. Ist das Material da, geht der Bau zügig. Fehlt es, steht das Projekt, egal wie schnell der Dienstleister arbeitet. Plane die Zeit für das Material deshalb ein wie einen eigenen Auftrag.
Wie viel Zeit muss ich selbst einplanen?
Für das Erstgespräch, die Freigabe der Struktur, eine oder zwei Korrekturrunden und die Abnahme. Dazu kommt die Zeit für das Material. Schreibt der Dienstleister die Texte nach einem Gespräch mit Dir, sinkt Dein Anteil deutlich. Fotos kann Dir nur jemand abnehmen, der dafür vorbeikommt.
Was sollte ich zum Erstgespräch mitbringen?
Die Zugangsdaten zur Domain oder zumindest den Namen des Anbieters, bei dem sie liegt. Dazu die Adresse der alten Seite, das Logo, eine Liste Deiner Leistungen und das Gebiet, in dem Du arbeitest. Hilfreich sind auch zwei oder drei Websites, die Dir gefallen, mit einem Satz, warum.
Läuft ein Grafikdesign-Projekt genauso ab?
Im Kern ja: Gespräch, Entwurf, Korrekturen, fertige Dateien. Achte beim Logo darauf, dass Du am Ende die offenen Dateien bekommst, etwa als Vektordatei im SVG- oder EPS-Format. Nur damit lässt es sich später auf Fahrzeuge, Schilder oder Arbeitskleidung bringen, ohne pixelig zu werden.

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Kevin Baum im Videocall an seinem Schreibtisch, im Hintergrund eine Holzlattenwand mit farbigem Licht.

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