Ratgeber6 Minuten Lesezeit
Mehr Kunden durch die Website: was wirklich wirkt.
Eine Website bringt Kunden, wenn drei Dinge zusammenkommen: Sie wird bei Google gefunden, sie schafft Vertrauen und die Anfrage ist auf dem Handy mit einem Tipp erledigt. Fehlt eines davon, helfen die anderen wenig. Welches fehlt, zeigt Dir eine einfache Messung.
- Ohne Anmeldung
- Nichts zu kaufen
- Für Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen
Viele Handwerksbetriebe haben eine Website, die seit Jahren online ist und kaum etwas bringt. Sie sieht ordentlich aus, alle Angaben stimmen. Trotzdem kommt die Arbeit weiter über Empfehlung und Telefon. Das muss nicht so bleiben. Eine Website wirkt wie eine Kette mit drei Gliedern: Jemand findet Dich. Er prüft, ob er Dir vertraut. Dann fragt er an. Reißt ein Glied, bringt der Rest wenig. Mehr Besucher helfen nichts, wenn niemand anfragt. Eine schöne Seite hilft nichts, wenn sie niemand findet. Auch Empfehlungen laufen heute über die Website: Wer Deinen Namen vom Nachbarn hat, schaut vorher nach. Dieser Ratgeber geht die Kette in der Reihenfolge durch, in der Kunden sie erleben. Am Ende steht der Teil, den viele weglassen: messen, ob es wirkt.
Schritt für Schritt.
Gefunden werden: das Google-Unternehmensprofil
Bei Suchen wie „Elektriker Kreuztal“ zeigt Google oft zuerst eine Karte mit einigen Betrieben, noch vor den normalen Treffern. Dort landest Du nur mit einem gepflegten Unternehmensprofil: richtige Hauptkategorie, alle Leistungen, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten, echte Fotos und der Link zur Website. Der Eintrag ist kostenlos. Für viele lokale Betriebe ist er der schnellste Weg zu mehr Anrufen.
Gefunden werden: eine Seite je Leistung
Wer „Dachrinne reparieren Siegen“ sucht, soll auf einer Seite landen, die genau davon handelt. Nicht auf der Startseite, auf der alle Leistungen in einer Liste stehen. Gib jeder Leistung, mit der Du Geld verdienst, eine eigene Seite: was dazugehört, wie es abläuft, wo Du es anbietest, Fotos von echten Aufträgen. Google zeigt für eine Suche die Seite, die sie am besten beantwortet. Fehlt Deine, zeigt es die eines anderen Betriebs.
Gefunden werden: Ortsbezug, der stimmt
Nenne die Orte, in denen Du wirklich arbeitest. Am besten dort, wo es natürlich passt: bei Referenzen („Dachsanierung in Netphen“), im Text zum Einzugsgebiet, im Google-Profil. Eine Liste mit vierzig Ortsnamen am Seitenende hilft dagegen nicht. Besucher überlesen sie und Google erkennt das Muster. Wichtig ist außerdem, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich geschrieben sind.
Vertrauen: echte Fotos statt Bilddatenbank
Das Stockfoto vom lächelnden Handwerker mit makellosem Helm erkennt jeder sofort. Echte Bilder wirken stärker, auch wenn sie nicht perfekt sind: Dein Team, die Fahrzeuge, die Werkstatt, Baustellen vorher und nachher. Handyfotos reichen, wenn sie hell und scharf sind. Wer Dich noch nicht kennt, will sehen, mit wem er es zu tun hat und wie Deine Arbeit aussieht.
Vertrauen: Bewertungen sammeln und beantworten
Bitte direkt nach der Abnahme um eine Bewertung, solange der Kunde zufrieden vor dem fertigen Bad steht. Schick ihm den Link zu Deinem Google-Profil gleich als Nachricht, dann ist es ein Klick. Antworte auf jede Bewertung, auch auf die schlechten, sachlich und kurz. Gekaufte oder selbst geschriebene Bewertungen verstoßen gegen Googles Richtlinien. Google löscht sie, sobald es sie erkennt.
Anfrage: der Handytest
Nimm Dein Handy und tu so, als wärst Du ein Kunde mit tropfendem Wasserhahn. Wie viele Tipps brauchst Du, bis Du anrufen oder eine Anfrage schicken kannst? Ist die Nummer ein Knopf, den man antippen kann? Verdeckt ein Banner die halbe Seite? Lädt alles im Mobilfunknetz zügig? Was Dich dabei nervt, nervt Deine Kunden genauso. Nur sagen sie es Dir nicht. Sie gehen einfach.
Anfrage: ein klarer nächster Schritt
Auf jeder Seite sollte derselbe nächste Schritt zu sehen sein, deutlich und mit einem konkreten Wort. „Termin zum Aufmaß anfragen“ oder „Foto vom Schaden schicken“ sagt mehr als „Kontakt“. Ein Hauptweg reicht, ein zweiter höchstens als Ergänzung. Im Formular fragst Du gleich ab, was Du sonst am Telefon klären musst: Ort, Art des Auftrags, gewünschter Zeitraum. Das spart Rückfragen auf beiden Seiten.
Messen: wissen, was wirkt
Frag jeden neuen Kunden, wie er auf Dich gekommen ist. Schreib die Antwort in eine einfache Liste. Dazu kommen zwei kostenlose Quellen: Das Google-Profil zeigt, wie oft Leute angerufen, die Route geplant oder auf die Website geklickt haben. Die Google Search Console zeigt, bei welchen Suchen Deine Seite erscheint. Ein Blick im Monat reicht. So siehst Du, welche Änderung etwas gebracht hat.
Was dabei oft schiefgeht.
Werbung schalten, bevor die Seite überzeugt
Anzeigen bringen schnell Besucher. Wenn die Seite auf dem Handy hakt oder kein klarer Schritt zur Anfrage da ist, zahlst Du für Klicks, aus denen nichts wird. Erst den Weg zur Anfrage in Ordnung bringen, dann Besucher kaufen.
Alles auf die Startseite packen
Die Startseite soll alles erklären: jede Leistung, die Firmengeschichte, das Team. Am Ende findet niemand, was er sucht. Google auch nicht. Die Startseite verteilt, die Unterseiten überzeugen.
Die Seite einmal bauen und vergessen
Öffnungszeiten von vor drei Jahren, ein Teamfoto mit Leuten, die längst nicht mehr da sind, seit Jahren dieselben Referenzen. Das fällt Kunden auf. Nimm Dir zweimal im Jahr eine Stunde, um die Seite durchzugehen und neue Fotos einzustellen.
Wann Du das alles nicht brauchst.
Wenn Du ausgebucht bist und die Empfehlungen reichen, brauchst Du nicht mehr Kunden. Eher die richtigen. Dann lohnt es sich, die Seite auf die Aufträge auszurichten, die Du wirklich willst, statt auf Masse. Vieles aus diesem Ratgeber schaffst Du ohnehin allein: das Google-Profil pflegen, Fotos machen, um Bewertungen bitten, den Handytest. Hilfe lohnt sich vor allem bei Struktur, Texten und Technik, also dort, wo es Zeit frisst, die Du lieber im Betrieb verbringst.
Häufige Fragen
Wie schnell bringt eine bessere Website mehr Kunden?
Reicht nicht einfach das Google-Profil?
Brauche ich einen Blog, um gefunden zu werden?
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