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Webdesigner gesucht? So findest Du den richtigen.

Den richtigen Webdesigner erkennst Du weniger an der schönsten Referenz als an seinen Fragen. Wer zuerst wissen will, welche Aufträge Du suchst und woher Deine Kunden kommen, denkt an Deinen Betrieb. Dazu kommen zwei harte Punkte: Domain, Inhalte und Zugänge laufen auf Deinen Namen. Und der Vertrag lässt Dich gehen, wenn es nicht passt.

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Wer „Webdesigner gesucht“ oder „Webdesigner in der Nähe“ bei Google eintippt, bekommt eine lange Liste. Große Agenturen, kleine Studios, die Druckerei mit Webabteilung, dazu der Bekannte, der Websites nebenbei baut. Alle zeigen schöne Bilder. Kaum jemand sagt dazu, woran Du die richtige Wahl erkennst. Das eigentliche Problem: Eine fertige Website kannst Du Dir anschauen, die Zusammenarbeit vorher nicht. Ob Termine gehalten werden, ob Dir die Seite am Ende gehört und ob sie Anfragen bringt, merkst Du oft erst Monate nach der Unterschrift. Dieser Ratgeber zeigt, was Du vor der Suche klärst, welche Fragen Du im ersten Gespräch stellst und bei welchen Antworten Du besser weitersuchst. Am Ende steht auch, wann Du gar keinen Webdesigner brauchst.

Schritt für Schritt.

  1. Vor der Suche das Ziel aufschreiben

    Schreib auf, welche Aufträge Du mehr haben willst, in welchem Gebiet und von wem. „Mehr Badsanierungen zwischen Siegen und Olpe, vor allem von Eigentümern“ ist ein Satz, mit dem ein Webdesigner arbeiten kann. „Eine moderne Seite“ ist keiner. Mit diesem Satz vergleichst Du später auch die Angebote: Wer darauf eingeht, hat zugehört.

  2. Referenzen auf dem Handy prüfen

    Öffne zwei oder drei Referenzen auf Deinem Handy, nicht am großen Bildschirm. Lädt die Seite zügig? Findest Du in wenigen Sekunden, wie man dort anfragt? Sind die Seiten noch online? Wenn Du magst, frag bei einem der Referenzbetriebe direkt nach, wie die Zusammenarbeit lief. Eine ehrliche Antwort von dort sagt mehr als jedes Portfolio.

  3. Im Erstgespräch auf seine Fragen achten

    Ein guter Webdesigner fragt im ersten Gespräch mehr, als er erzählt. Welche Leistungen bringen Dir das meiste Geld? Wie kommen Kunden heute zu Dir? Was fragen sie am Telefon immer wieder? Wer dagegen mit Farben, Schriften und Lieblingsseiten anfängt, plant ein Bild statt eines Weges zu Anfragen. Das muss nicht schlecht aussehen. Es verfehlt nur oft das Ziel.

  4. Die Fragen, die Du selbst stellst

    Wem gehören Domain, Texte, Fotos und Zugänge? Was passiert, wenn wir uns trennen? Was kostet dann die Herausgabe? Wer schreibt die Texte? Wer spielt Updates ein und macht Sicherungen? Wie lange läuft der Vertrag? Woran messen wir, ob die Seite Anfragen bringt? Gute Anbieter beantworten das sofort und schriftlich. Ausweichende Antworten sind selbst schon eine Antwort.

  5. Warnzeichen: Die Seite gehört der Agentur

    Die Domain ist auf den Anbieter eingetragen. Die Seite läuft auf einem eigenen System, das sich nicht mitnehmen lässt. Zugangsdaten gibt es nur auf Nachfrage oder gar nicht. Dann bist Du Mieter auf Deiner eigenen Website. Bestehe darauf, dass Dein Betrieb als Inhaber der Domain eingetragen ist und Du Deine Inhalte bei einem Wechsel vollständig mitnehmen kannst.

  6. Warnzeichen: Der Vertrag hält Dich fest

    Monatliche Modelle können fair sein, sie verteilen die Kosten. Kritisch wird es, wenn Dir nach Jahren der Zahlung nichts gehört. Oder wenn sich die Laufzeit still verlängert und die Kündigungsfrist im Kleingedruckten steckt. Lies vor der Unterschrift drei Stellen: Laufzeit, Kündigung und was nach dem Ende mit Seite und Domain passiert. Steht dazu nichts, frag nach.

  7. Warnzeichen: Es geht nur um die Optik

    Im Angebot stehen Animationen, Farbwelten und ein aufgefrischtes Logo. Kein Wort zu Google, Texten, Ladezeit oder dazu, wie Besucher anfragen. So entstehen Seiten, die schön aussehen und die niemand findet. Frag konkret, wie jemand auf der Seite landet, der „Dachdecker Olpe“ sucht. Wer darauf keine klare Antwort hat, baut Dir eher einen Prospekt als einen Weg zu Aufträgen.

  8. Angebote vergleichbar machen

    Zwei Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn derselbe Umfang drinsteht. Sind die Texte enthalten oder lieferst Du sie? Wie viele Seiten, wie viele Korrekturrunden? Sind Hosting, Updates und Sicherungen dabei? Werden beim Umzug die alten Adressen weitergeleitet? Oft wirkt ein Angebot günstig, weil genau diese Posten fehlen und später als Nachtrag kommen.

  9. Nähe hilft, entscheidet aber nicht

    Ein Webdesigner aus der Region kennt die Orte, in denen Du unterwegs bist. Er kann für Fotos in die Werkstatt kommen und Du sitzt ihm beim Gespräch gegenüber. Das ist viel wert. Trotzdem laufen viele Abstimmungen heute per Video. Ein Anbieter aus dem Nachbarort, der bei den Warnzeichen oben durchfällt, wird durch die kurze Anfahrt nicht besser. Prüf erst die Punkte oben. Nähe entscheidet, wenn zwei Angebote sonst gleich gut sind.

Was dabei oft schiefgeht.

Nach dem niedrigsten Angebot entscheiden

Das niedrigste Angebot ist oft das mit dem kleinsten Umfang. Texte, Weiterleitungen oder die Pflege nach dem Start fehlen. Sie kommen dann als Nachtrag oder gar nicht. Vergleich den Umfang, bevor Du auf die Summe schaust.

Die Seite vom Bekannten bauen lassen

Das geht gut, solange er Zeit hat. Wenn er umzieht, den Job wechselt oder keine Lust mehr hat, weiß oft niemand, wo die Seite liegt und wie man hineinkommt. Lass Dir in jedem Fall alle Zugänge schriftlich geben.

Nur die Startseite beurteilen

Entwürfe zeigen meistens die Startseite. Aufträge kommen aber oft über die Seiten zu einzelnen Leistungen und über das Anfrageformular auf dem Handy. Lass Dir genau diese Teile zeigen, bevor Du etwas freigibst.

Wann Du das alles nicht brauchst.

Du brauchst keinen Webdesigner, wenn Deine Aufträge über Empfehlungen reichen und die Website nur zeigen soll, dass es Deinen Betrieb gibt. Dann genügen ein Baukasten wie Wix oder Jimdo, ein freies Wochenende und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Auch eine bestehende Seite, die technisch in Ordnung ist, muss nicht neu gebaut werden, nur weil sie älter aussieht. Die Suche lohnt sich, sobald die Website gezielt Aufträge bringen soll. Dann helfen Dir die Fragen oben mehr als jede Referenzliste.

Häufige Fragen

Was kostet ein Webdesigner?
Das hängt vor allem vom Umfang ab: wie viele Leistungen gezeigt werden, wer die Texte schreibt, ob eine alte Seite umzieht und ob Hosting und Pflege dabei sind. Seriöse Anbieter nennen Dir vorab eine Spanne und schreiben auf, was drin ist. Wer erst nach drei Terminen eine Zahl nennt, macht den Vergleich unnötig schwer.
Muss mein Webdesigner aus der Nähe kommen?
Nein. Nähe ist angenehm, etwa für Fotos vor Ort oder ein Gespräch in der Werkstatt. Entscheidend sind aber Eigentum, Vertrag und die Frage, ob der Anbieter an Anfragen denkt. Vieles lässt sich per Video genauso gut klären.
Woran erkenne ich, ob mir meine Domain gehört?
Frag Deinen Anbieter, wer als Inhaber eingetragen ist. Lass Dir das schriftlich bestätigen. Außerdem muss er Dir auf Nachfrage den Umzugscode für die Domain geben, bei .de-Adressen heißt er AuthInfo. Ohne diesen Code kannst Du nicht zu einem anderen Anbieter wechseln.
Agentur oder einzelner Webdesigner, was ist besser?
Beides kann passen. Frag in jedem Fall, wer einspringt, wenn Dein Ansprechpartner krank oder im Urlaub ist. Und wer außer ihm die Zugänge kennt. Bei einer Einzelperson ist die Antwort darauf wichtiger als bei einem Team.

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Kevin Baum im Videocall an seinem Schreibtisch, im Hintergrund eine Holzlattenwand mit farbigem Licht.

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