WordPress-FehlerProbleme ohne Meldung
WordPress gehackt: Seite säubern, absichern und Google informieren
Leitet Deine Seite auf fremde Adressen um, tauchen unbekannte Spam-Seiten bei Google auf oder gibt es Administratoren, die niemand aus Deinem Team angelegt hat, wurde WordPress sehr wahrscheinlich gehackt. Meist kamen die Angreifer über ein veraltetes Plugin oder Theme, ein erbeutetes Passwort oder eine Erweiterung aus inoffizieller Quelle. Sichere den Ist-Zustand, ändere alle Passwörter und die Salts, ersetze WordPress, Plugins und Themes durch saubere Kopien und beantrage danach in der Search Console eine Überprüfung.
So sieht die Meldung aus
This site may be hacked.Diese Website wurde möglicherweise gehacktThis site may harm your computer.Diese Website kann Ihren Computer beschädigenWeiterleitung auf fremde SeitenFremde Spam-Seiten in den Google-Ergebnissen
Woran es liegt.
Veraltete Plugins und Themes
Häufig nutzen Angreifer bekannte Lücken in Erweiterungen, für die längst ein Update bereitsteht. Auch deaktivierte Plugins bleiben angreifbar, solange ihre Dateien auf dem Server liegen.
Schwache oder erbeutete Passwörter
Automatisierte Angriffe probieren auf wp-login.php und xmlrpc.php massenhaft Kombinationen durch. Ein kurzes Passwort oder eines, das bei einem anderen Dienst schon abgeflossen ist, reicht dann für den Zugang.
Erweiterungen aus inoffiziellen Quellen
Kostenpflichtige Themes und Plugins, die irgendwo gratis angeboten werden, bringen oft schon ab Werk eine Hintertür mit. Sie bleibt aktiv, solange die Datei auf dem Server liegt, egal wie oft Du reinigst.
Unsicherer Server oder Zugang
Zu offene Dateirechte wie 777, unverschlüsseltes FTP oder ein schlecht getrennter Webspace mit mehreren Seiten erlauben es Angreifern, über Nachbarn oder mitgelesene Zugangsdaten einzudringen.
Zurückgelassene Hintertüren
Wer einmal drin war, legt meist weitere Zugänge an: versteckte PHP-Dateien im Upload-Ordner, einen zusätzlichen Admin oder fremden Code in der wp-config.php. Wird nur das Sichtbare entfernt, ist die Seite bald wieder befallen.
So behebst Du den Fehler.
Leg vor jeder Änderung eine Sicherung von Dateien und Datenbank an. Geh die Schritte der Reihe nach durch und prüf nach jedem, ob die Seite wieder lädt.
Zustand sichern und Hoster informieren
Lege eine vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank an, auch wenn sie befallen ist. Sie hilft später bei der Suche nach dem Einstieg und ist Dein Rückweg, falls bei der Reinigung etwas schiefgeht. Bewahre sie getrennt von älteren, sauberen Sicherungen auf. Sag Deinem Hoster Bescheid, er sieht die Zugriffe in den Server-Protokollen. Schickt die Seite Besucher auf Schadseiten, nimm sie bis zur Reinigung vom Netz.
Unbekannte Administratoren finden
Prüfe unter Benutzer → Alle Benutzer, wer die Rolle Administrator hat. Schadcode kann Konten im Dashboard ausblenden, deshalb lohnt der direkte Blick in die Datenbank mit der Abfrage unten. Nutzt Deine Installation ein anderes Präfix als wp_, steht es in der wp-config.php bei $table_prefix. Setze es dann in der Abfrage ein. Lösche fremde Konten und ordne ihre Inhalte dabei einem echten Benutzer zu.
phpMyAdmin (SQL) SELECT u.ID, u.user_login, u.user_email, u.user_registered FROM wp_users u JOIN wp_usermeta m ON m.user_id = u.ID WHERE m.meta_key = 'wp_capabilities' AND m.meta_value LIKE '%administrator%';Alle Passwörter erneuern
Vergib neue Passwörter für jeden Administrator, für die Datenbank, für FTP und SSH sowie für das Konto beim Hoster. Das neue Datenbank-Passwort trägst Du in der wp-config.php bei DB_PASSWORD ein. Nimm für jeden Zugang ein eigenes, langes Passwort aus einem Passwort-Manager.
Salts austauschen
Neue Sicherheitsschlüssel machen alle bestehenden Anmeldungen ungültig, auch die der Angreifer. Rufe https://api.wordpress.org/secret-key/1.1/salt/ auf und ersetze die acht Zeilen von AUTH_KEY bis NONCE_SALT in der wp-config.php durch die neuen. Mit WP-CLI erledigt das ein einziger Befehl.
Terminal (WP-CLI) wp config shuffle-saltsWordPress-Kern frisch einspielen
Prüfe per WP-CLI, ob die Dateien des WordPress-Kerns noch den offiziellen Prüfsummen entsprechen. Geänderte Dateien oder zusätzliche Dateien in wp-admin und wp-includes sind ein klares Zeichen. Lösche die zusätzlichen und lade dieselbe Version sauber darüber. Kontrolliere wp-config.php und .htaccess von Hand auf fremden Code, etwa lange Zeichenketten mit base64_decode oder eval.
Terminal (WP-CLI) wp core verify-checksums wp core download --version=<Version> --force --skip-contentPlugins und Themes aus offiziellen Quellen neu installieren
Lösche alle Plugins und Themes, die Du nicht brauchst, gratis beschaffte Bezahl-Erweiterungen zuerst. Die übrigen holst Du neu von wordpress.org oder direkt beim Hersteller und ersetzt die alten Ordner vollständig. Für Plugins aus dem Verzeichnis prüft WP-CLI die Dateien gegen Prüfsummen und installiert sie neu.
Terminal (WP-CLI) wp plugin verify-checksums --all wp plugin install <plugin-slug> --forceUpload-Ordner und Datenbank durchsuchen
Im Ordner wp-content/uploads haben PHP-Dateien nichts verloren, der Befehl unten listet sie auf. Leere index.php-Dateien mit dem Kommentar „Silence is golden“ sind harmlos. Prüfe zusätzlich in der Tabelle wp_options die Werte siteurl und home sowie Beiträge und Widgets auf eingeschleuste Skripte und fremde Links.
Terminal (SSH) find wp-content/uploads -type f -name "*.php"Google um Überprüfung bitten
Hat Google die Seite markiert, öffne in der Search Console den Bericht „Sicherheitsprobleme“. Er nennt Beispiel-Adressen der befallenen Seiten. Sorge dafür, dass die Spam-Seiten nur noch 404 oder 410 liefern. Ist alles bereinigt, klickst Du auf „Überprüfung anfordern“ und beschreibst kurz, was Du entfernt und abgesichert hast.
Lücke schließen und beobachten
Aktualisiere danach alles, aktiviere per Plugin eine Zwei-Faktor-Anmeldung für Administratoren und setze die Konstante unten. Sie sperrt den Datei-Editor im Dashboard, über den Angreifer sonst Code einschleusen. Behalte Search Console und Server-Protokolle in den folgenden Wochen im Blick.
wp-config.php define( 'DISALLOW_FILE_EDIT', true );
Zuletzt geprüft am 25. September 2026.
So kommt er nicht wieder.
- WordPress, Plugins und Themes zeitnah aktualisieren und alles löschen, was nicht aktiv genutzt wird.
- Erweiterungen nur von wordpress.org oder direkt beim Hersteller beziehen, nie aus Tauschbörsen.
- Jedem Administrator ein eigenes Konto mit langem Passwort und Zwei-Faktor-Anmeldung geben.
- Tägliche Sicherungen außerhalb des Servers aufbewahren, damit ein sauberer Stand greifbar bleibt.
- Die Search Console für die Domain einrichten, damit Warnungen von Google sofort ankommen.
Fragen zu WordPress gehackt
Woran erkenne ich, dass meine WordPress-Seite gehackt wurde?
Reicht ein Sicherheits-Plugin, um den Hack zu entfernen?
Kann ich einfach eine alte Sicherung zurückspielen?
Muss ich einen Hack melden?
Wie lange dauert es, bis die Google-Warnung verschwindet?
Verwandte Fehler
- Admin-Passwort vergessenKein Zugang mehr zum Dashboard? Zurücksetzen per Mail, WP-CLI oder phpMyAdmin, in genau dieser Reihenfolge.
- Update fehlgeschlagen oder hängtEin Update bricht ab oder WordPress meldet ein laufendes Update. Meist hilft Warten oder die Sperre zu löschen.
- Weißer Bildschirm (White Screen of Death)Leere weiße Seite ohne Meldung. Meist ein versteckter PHP-Fehler aus Plugin, Theme oder Speicherlimit.
- WordPress verschickt keine E-MailsKontaktformular oder Passwort-Mail kommen nicht an. Meist fehlt SMTP oder SPF und DKIM stimmen nicht.
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